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Geschichte schottischer Whisky (Alkoholische Getränke)

Schon kurze Zeit nachdem in Irland mit der Whiskeybrennerei angefangen wurde, brachten Mönche mit der Christianisierung die entsprechenden Kenntnisse über das Destillationsverfahren mit nach Schottland. Einem Mönch namens John Cor wird die erste Erzeugung von Whisky, aufgrund eines Kassenbucheintrages von 1494, zugeschrieben. 1536 wurden die Klöster aufgelöst und die damaligen Mönche wieder zu normalen Bürgern. Dies führte zu einer Verbesserung der ländlichen Destillen und schlussendlich auch zur Qualitätssteigerung.

Wie auch in den anderen Ländern wo Whisky hergestellt wurde, beschloss das Schottische Parlament 1644 das Whiskybrennen zu besteuern. Die Engländer wollten dann 1777 das Brennen von Whisky kontrollieren. Dies führt zu einer Explosion der Schwarzbrennereien, welche "Moonshine-Brennereien" genannt wurden. Das führt wiederum dazu, dass zwanzig Jahre später in Schottland lediglich acht offizielle, dafür aber etwa 400 Moonshine Destillen existierten.

Im 16. Jahrhundert wurde Whisky in Schottland vor allem von Barbieren und Chirurgen für medizinische Zwecke verwendet und bis zur Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts in Klöstern hergestellt. Danach siedelten sich  die aus ihren Klöstern vertriebenen Mönche in ganz Schottland an und überall dort, wo sie sich niederließen, entstanden kleine Whisky Destillerien. Kurz darauf erkannte man Whisky auch als Genussmittel, was zu einer stetig steigenden Anzahl an Brennereien führte.  

Das schottische Parlament verbot bald darauf dem gemeinen Volk die Herstellung von Whisky. Fortan war es  nur noch Privilegierten erlaubt, Whisky zu produzieren. Da die Oberhäupter der schottischen Clans ebenfalls privilegiert waren, hatte bald jeder Clan mindestens eine Destillerie. Die meisten von ihnen waren illegal.

Auch am Standort der heutigen Lagavulin Distillery an der Südküste der schottischen Isle of Islay wurde bereits lange vor deren Gründung im Jahr 1837 illegal Whisky hergestellt. Das war vor allem aufgrund der abgeschiedenen Küstenlage lukrativ, denn in diesen Gebieten gab es kaum Kontrollen und der Whisky konnte unbehelligt produziert werden. Später entstand durch die Zusammenlegung zweier dieser kleinen Destillerien die heutige Lagavulin Distillery, die  unter anderem im Jahr 1994  eine „Lagavulin Distillers Edition“ produziert hat.
 
Erst ab 1823 konnten auch Brennereien mit kleinem Brennkessel eine Lizenz erwerben, um damit legal Whisky zu produzieren.

Die Bowmore Distillery, eine der ältesten Brennereien Schottlands, erhielt im Jahre 1924 als erste Destillerie auf Islay ihre Lizenz und ist damit zugleich die erste, die legalen Single Malt Whisky produzierte. Inzwischen ist Bowmore eine der erfolgreichsten Destillerien Islays und bringt Single Malt Whiskys wie den „Bowmore Legend“, den „Bowmore Mariner“  und den „Bowmore Cask Strength“ hervor. Zudem gibt es Abfüllungen von Bowmore Whiskys verschiedenen Alters wie den „Bowmore 15 years darkest“.
Heute ist Whisky nicht nur das Nationalgetränk der Schotten, sondern hat seine Fans auf der ganzen Welt. Aus diesem Grund ist die Whiskyproduktion ein wichtiger Wirtschaftszweig in Schottland.

Heute gibt es ca. 90 aktive Brennereien in Schottland, was zu einer enormen Vielfalt der angebotenen Produkte führt.

Bezeichnungen
Aufgrund der oben erwähnten Mannigfaltigkeit, werden Schottische Whiskys in unterschiedliche Gruppen eingeteilt.

Malt Whisky (Highland Malts, Lowland Malts, Island Malts, Campbeltown Malts)
Der so genannte Malt Whisky wird zu 100% aus gemälzter (gekeimter) Gerste gebrannt. Er muss mindestens 3 Jahr in gebrauchten Sherryfässern oder Eichenfässern gelagert werden.

Die "Highland Malts" kommen aus dem Norden Schottlands. Der erste Hersteller bei der Vermarktung war "Glenfiddich". Dies ist übrigens der einzige welcher auch über eine eigenen Abfüllanlage verfügt. Weitere Hersteller sind zum Beispiel Knockando, Highland Parg, Glenmorangie, The Glan Livet oder Macallan.
Sie weisen einen kräftigen Rauchgeschmack auf.

Weniger schwerer Rauchgeschmack besitzen die "Lowland Malts". Sie werden von Herstellern wie Glenkinchie oder Rosebank produziert.

Die mit Abstand kräftigsten aller Malt Whiskys sind die "Island Malts". Unerfahrene Whiskytrinker mögen dieses stark rauchige Aroma eher weniger. Allerdings sind die Geschmäcker ja verschieden. Bei uns sind Destillen wie Laphroaig, Bowmore, Lagavulin oder Talisker bekannt.

Der Vierte im Bunde der Malt Whiskys sind die "Campbeltown Malts" und werden von Springbank oder Glen Scotia vermarktet.

Grain Whisky (Straight Whisky, Straight Malts, Vatted Malts)
Es werden für Grain Whisky verschiedene Getreidesorten, unter anderem Mais, Weizen und ungekeimte Gerste verwendet. Für eine höhere Ausbeute wird das kontinuierliche Patent-Still Brennverfahren angewandt.
Es gibt nur wenige Grain Whiskys als Flaschenabfüllung. Sie sind leicht, mild und weisen nur wenig Färbung auf.

Straight Whiskys
Dabei kann es sich um Malt- oder Grainwhisky handeln, in jedem Fall ist er aber unverschnitten.

Straight Malts
Sie sind werden ausschliesslich aus Gerstenmalz und mit nur einer einzigen Destillation hergestellt.

Vatted Malts
Auch diese werden ausschliesslich aus Gerstenmalz hergestellt, im Gegensatz zu den Straight Malts werden diese aber aus Whiskys aus unterschiedlichen Destillerien gemischt (verschnitten)

Blended Whiskys
Wenn wir bei uns in einem Lokal einen Scotch bestellen, dann bekommen wir immer einen Blend (Mischung). Das bedeutet der Scotch wird aus bis zu 40 unterschiedlichen Jahrgängen und Destillerien zusammen gemischt. Ebenso werden Grain und Malt Whisky gemischt, wobei der Anteil an Malt zwischen 5% und 70% schwankt.
Das Verschneiden sorgt für eine gleich bleibende Qualität
Bekannte Scotch Marken sind bei uns Johnnie Walker, White Horse, J&B Rare, Black & White, Grants, Balantines, Chivas Regal und VAT 69.

Single Malt
Das Highlight der Schottischen Whiskys ist ganz klar der Single Malt. Er besteht zu 100% aus gemälzter Gerste und kommt aus einer einzigen Destillerie.
Sie verfügen über mehr Charakter als ein Blend. Für die Farbgebung darf allerdings Zuckerkulör verwendet werden um eine dunklere Farbe zu erreichen. Dies ist auch bei hochwertigen Produkten der Fall. Grund dafür ist die mangelnde Akzeptanz bei den Konsumenten wenn die Farbe des Whiskys zu hell ist.
Bei der Abfüllung dürfen aber verschiedene Fässer, aus derselben Destillerie, zum mischen benutzt werden.
Sollte es sich um einen Jahrgangs-Whisky handeln, so bezieht sich die Altersangabe immer auf den Inhalt des jüngsten Fasses.
Als Spezialität gibt es auch Abfüllungen, welche nur aus einem Fass stammen (Single Cask).

Erzeugung
Die Destillation findet je nach Whiskysorte und Qualität im kontinuierlichen Verfahren (Patent-Still) oder im Brennverfahren mit einzelnen Durchläufen (Pot-Still) statt.

Wie bei anderen Spirituosen auch, wird das Korn mit Hefe zur Maische verarbeitet und danach gebrannt. Das mälzen (keimen) der Gerste wird durch das Einweichen in Wasser während mehreren Tage erreicht. Nach etwa weiteren 9 Tagen beginnt die Gerste zu keimen und Enzyme, welche für die Umwandlung des Zuckers in Alkohol zuständig sind, werden aktiviert. Durch trocknen wird der Keimvorgang gestoppt und die Gerste wird anschliessend über offenem Torffeuer gedarrt. Abschliessend wird die Gerste gereinigt und gemahlen.

Der Whisky kann während seiner Reifung auch in verschiedenen Fässern (Sherry, Burbon, Rum) lagern um das gewünschte Geschmacks- und Aromaergebnis zu erzielen.
Während der Lagerung verdunsten etwa 2 bis 3 Prozent des Alkohols durch die Poren des Holzfasses. Dieser Teil wird "Angels Share" (Engels Anteil) genannt.

Um unerwünschte Trübstoffe auszuscheiden, wird der Whisky vor dem Abfüllen durch herunterkühlen und Filtrierung, geklärt. Zu diesem Zeitpunkt wird auch Zuckerkulör beigegeben.

Der Whisky muss dann noch mit Wasser auf Trinkstärke verdünnt werden. Der Alkoholgehalt liegt dann zwischen 40% und 46%. Es gibt Whiskys die aus dem Fass direkt, oder nur leicht verdünnt, mit etwa 60% abgefüllt werden (Cask strength).

Besonderes
Das Besondere, was den Schottischen Whisky von allen anderen prinzipiell unterscheidet, ist sein typischer Rauchgeschmack. Dieser entsteht, da das Gestenmalz über offenem Torffeuer gedarrt wird. Weitere Faktoren für den unvergleichlichen Geschmack sind aber auch die würzige, reine Luft und das weiche Moor- und Bergwasser.

Ein weitere Besonderheit sind sicher die unzähligen Vielfalt der Whiskys im Bezug auf Herstellung, Herkunft und Geschmack.

Konsum
Wenn nicht speziell bestellt wird, bekommt man den Scotch im Restaurant oder in einer Bar meist auf Eis.

Absolut unverzeihlich ist es, wenn man einen Single Malt mit Eis serviert oder serviert bekommt. Durch die Kühlung des Eises würden die Geschmackstoffe nicht zur Geltung kommen.

Single Malt wird daher immer bei Raumtemperatur, in einem kleinen Whiskyglas (sieht ähnlich aus wie ein Grappa-Glas mit kurzem Stil) getrunken. An Stelle von Eis bekommt man Wasser dazu serviert. Je nach Geschmack gibt man ein paar Tropfen oder einen kleinen Schluck davon ins Whiskyglas. Dann hält man das Glas mit einer Hand fest und verschliesst mit der anderen die Öffnung. Durch ein- oder zweimaliges Schütteln, öffnet das Wasser noch mehr Aromen im Whisky. Die Verdünnung mit Wasser fällt bei den "Cask strength" (60% Vol.-Alk.) stärker aus.

Probieren Sie zu Hause den Whisky einmal mit und einmal ohne Wasser. Sie werden feststellen, dass der Unterschied ernorm ist und man sich nicht mehr sicher ist ob es sich noch um dasselbe Getränk handelt.Whisky kann man sowohl als Aperitif vor dem Essen als auch als Digestif nach einer Mahlzeit trinken. Wichtig ist vor allem, dass man ein gutes Whiskyglas benutzt, um den Genuss zu maximieren. Bei der großen Anzahl an Varianten und Formen ist es allerdings nicht ganz einfach, das richtige auszuwählen. 
Besonders beliebt sind tulpenförmige Gläser mit langem Stiel, die dem Whisky genügend Raum geben, sein Aroma zu entfalten. 
Häufig werden auch Glencairn Gläser verwendet. Diese sind etwas weniger elegant, sehen aber trotzdem toll aus. Ihre nach oben zulaufende Form und die etwas engere Öffnung verdichten die Aromen und sorgen für intensiven Genuss.
 
Autor: admin

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