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Abzocke im Internet (Finanzen)

Abzocke im Internet – Die Raubritter sitzen heute am Computer. Waren es in vergangenen Zeiten die ungebetenen Besucher an der Haustür, die einem mit einer gewissen Hartnäckigkeit Zeitschriften-Abonnements oder ähnliches verkaufen wollten, sind es heutzutage die Internetanbieter, die vielen Nutzern das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Sie bieten auf ihren Internetseiten scheinbar nützliches und interessantes an, schaut man aber näher hin, verbergen sich hinter diesen scheinbar harmlosen Angeboten enorme Kostenfallen.

Sorgfältig prüfen
Besonders aufmerksam sollte man bei Angeboten sein, die eine kostenlose Probezeit anbieten. Ist diese Probezeit abgelaufen und man hat keine schriftliche Kündigung eingereicht, stimmt man einem Vertrag zur Nutzung der Dienste zu. Beliebt sind auch unseriöse Angebote auf Partnerschafts-Portalen und in Singlebörsen. Hier wird mit unglaublich günstigen Angeboten geworben. Beim zweiten Blick sind diese Schnäppchen dann gar nicht mehr so günstig. Schnell hat man sich Ärger eingehandelt und nicht selten bleibt einem nur der Gang zum Anwalt oder gar vor Gericht übrig. Um dies zu vermeiden, muss man besonders aufmerksam sein und sich jedes Angebot im Internet sehr genau anschauen und vor allem das sogenannte „Kleingedruckte“ beachten. Hier stehen bei unseriösen Angeboten die Kosten versteckt und teilweise derart verschlüsselt formuliert, dass auf den ersten Blick alles prima und einfach erscheint.

Die Kosten müssen sichtbar sein
Bei einem seriösen Anbieter von Internetdiensten sind die Kosten und Laufzeiten klar ersichtlich und man weiß sofort, worauf man sich einlässt. Aber viele Internetseiten sind so aufgebaut, dass die Informationen zu den Kosten erst nach ein- oder mehrmaligem Scrollen lesbar sind. Man geht hier von der Gutmütigkeit des Lesers aus. Scheint der Anfang der Seite plausibel und vertrauenserweckend, sieht der Internet-Nutzer keine Veranlassung weiter zu lesen und schon nimmt das Unheil seinen Lauf. Bei einigen Webseiten reicht bereits die Eingabe des Namens oder das Setzen eines Häkchens an einer Stelle, um sich vertraglich an den Anbieter zu binden. Die erste Rechnung lässt dann in aller Regel nicht lange auf sich warten. Schenkt man dem Anraten von Internet-Anwälten Glauben, dann soll man diese Rechnungen und die darauf folgenden Mahnungen „aussitzen“. Bekommt der Versender der Rechnungen keine Rückmeldung vom Zahlungspflichtigen, erledigt sich die Angelegenheit in vielen Fällen von alleine.

Auf keinen Fall zahlen
Man sollte erst dann reagieren, wenn ein Schreiben vom Amts- oder Landgericht vorliegt und sich dann an einen Anwalt oder noch besser an die Verbraucherzentrale Ihrer Stadt wenden. Vergessen Sie bitte nicht Einspruch gegen einen Mahnbescheid einzulegen, sonst erkennen Sie die Forderung an! Die Rechtsprechung ist in diesen Fällen wesentlich verbraucherfreundlicher geworden. Besonders negativ hat sich hier in den letzen Monaten eine Schweizer Firma hervorgetan. Sie bietet auf mehreren Internetportalen die unterschiedlichsten Dienste zu unverschämten Bedingungen und Konditionen an. Bereits mit der Eingabe des Namens und der Adresse schließt man hier einen Vertrag ab und bekommt umgehend eine Rechnung ins Haus geschickt. Wird diese Rechnung nicht beglichen, erfolgt eine Mahnung über ein in Deutschland ansässiges Inkassounternehmen. Hier wird die sofortige Begleichung der Rechnung angemahnt und bei Nichtzahlung weitere rechtliche Schritte angedroht.

Abzocker anzeigen

Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main liegen bisher ca. 8000 Anzeigen von geschädigten Internet-Nutzern vor. Mehrere Hausdurchsuchungen der Staatsanwaltschaft stellten belastendes Material gegen die Betreiber der Webseite und das Inkassounternehmen sicher. Liest man all diese negativen Berichte schreckt es einen im ersten Moment ab, solche Angebote im Internet wahrzunehmen. Doch wie kann man sich vor diesen Abzockern schützen? Mit einigen kleinen Schritten kann man sich weitestgehend von der Seriosität eines Anbieters überzeugen.

Wie kann man sich schützen
Das beste Indiz für ein seriöses Angebot sind klar verständliche und sofort lesbare Angaben zu Angebot, Preis, Laufzeit und Kündigungsmöglichkeiten der angebotenen Leistungen. Weiterhin wichtig ist das genaue Lesen des „Kleingedruckten“ und der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Hier sind die Rechtsgrundlagen für das Zustandekommen eines Vertrages enthalten. Ein weiterer hilfreicher Tipp ist das Suchen nach Verbraucherseiten, die das Angebot bereits getestet und bewertet haben. Hier werden verschiedene Anbieter vergleichbarer Dienste getestet und nach festgelegten Kriterien beurteilt. Liegen negative Bewertungen vor, sollte man von einer Nutzung dieser Dienste besser Abstand nehmen. Möchte man sich noch die Meinung anderer Nutzer einholen, kann man über Suchmaschinen vorhandene Foren suchen, in denen Meinungen und Erlebnisse untereinander ausgetauscht werden. Der eine oder andere hilfreiche Hinweis lässt sich hier immer einholen. Auch in Communities lässt sich das eine oder andere lesen. Dies macht die Beurteilung der Webseite leichter. Als Fazit bleibt festzuhalten: Scheint ein Angebot auf einer Internetseite noch so günstig und interessant zu sein, eine eingehende Prüfung der Konditionen und der Vertragsbestimmungen sind unerlässlich und ersparen später ein böses Erwachen.
Autor: admin

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