Faulbaum (Heilpflanzen )

Der Faulbaum heißt exakt Gewöhnlicher Faulbaum und gehört zu den Kreuzdorngewächsen. Außerdem ist er unter den Namen Pulverholz sowie Schusterholz bekannt. Im Volksmund trifft man die Pflanze auch unter den Bezeichnungen Amselbaum, Hexendorn, Stinkbeere und Scheißbeere an. Ihren Namen hat die Pflanze daher, dass die Rinde faulig riecht.

Pflanzenkunde
Den Faulbaum findet man als Strauch, ebenso wie als kleinen Baum vor. Als Strauch wird er ein bis drei Meter hoch und ist dornenlos. Der Baum ist locker beblättert.

Die in Trugdolden stehenden Blätter haben zur Blütezeit kugelige Früchte, die erst grün, dann rot und zur Erntezeit schließlich schwarz – violett sind.

Achtung aber, denn die Blätter, Früchte und auch die frische Rinde sind giftig.

Der Faulbaum gedeiht vor allem in Europa, Klein- und Westasien. Aber auch in Nordamerika ist er vereinzelt anzutreffen.

Verwendung als Heilmittel
Seit Jahrhunderten ist die Rinde des Faulbaums als sehr gut wirkendes Abführmittel bekannt. Indem es sehr mild ist, wird die Dickdarmschleimhaut geschont und der menschliche Körper nur wenig beansprucht.

Zu den Inhaltsstoffen gehören unter anderem Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside und Saponine. Diese wirken abführend, stuhltreibend, schleimlösend und stärken den Kreislauf. So gehören diverse Erkrankungen zum Anwendungsgebiet des Faulbaums: Verstopfung, Hämorrhoiden, Zahnfleischentzündung, Völlegefühl sowie Gallenschwäche.

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Durchfall und Elektrolytverlust.

Herstellung und Anwendung
Ganz wichtig ist, dass die Rinde lang genug trocknen und reifen konnte – mindestens für ein Jahr. Denn die frische oder zu kurz gelagerte Rinde ist giftig.

Bei einer Vergiftung käme es zu Übelkeit, Erbrechen, blutigen Durchfällen und Koliken.

Generell sollten Sie immer einen Arzt oder Apotheker aufsuchen, bevor Sie zum Zwecke der Selbstheilung zu Heilpflanzen greifen.

Für die Zubereitung eines Faulbaum – Tees benötigen Sie einen Teelöffel Rinde. Diesen geben Sie in 250 ml Wasser, lassen das ganze kurz aufkochen und anschließend für 30 Minuten stehen. Den Tee sollten Sie vor dem zu Schlafengehen trinken, da die abführende Wirkung erst am nächsten Morgen einsetzt. So dauert es immer acht bis zehn Stunden, bis die Wirkung im Dickdarm beginnt.

Der Faulbaum - Tee sollte als Abführmittel niemals länger als zwei Wochen eingesetzt werden, da es sonst wegen Kaliumverlust zu Herz- und Muskelproblemen kommen kann.

Schwangeren ist von der Einnahme dringend abzuraten, indem es bei falscher Anwendung zu einer Frühgeburt kommen kann.

Mit dem Tee können auch Umschläge bereitet oder Waschungen durchgeführt werden. Diese äußerliche Anwendung empfiehlt sich bei Hautkrankheiten.

Zur Herstellung einer Mundspülung wird ein Teelöffel zerkleinerte Rinde 250 ml Essig beigegeben. Diese Flüssigkeit erhitzen Sie und lassen sie für einige Zeit kochen. Nach dem Abkühlen kann die Mundspülung bei Entzündungen im Mundraum angewendet werden.
Autor: admin

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