Kamille (Heilpflanzen )

Die Kamille gehört zur Familie der Korbblütler und wurde 1987 zur Arzneipflanze des Jahre gewählt. Sie ist auch unter den Volksnamen Feldkamille, Apfelkraut, Kummerblume und Mägdeblume bekannt.
In der freien Natur ist die Kamille leider nur noch sehr selten zu finden, indem sie in der Nähe von Getreide wächst, deshalb aber bekämpft wird. Denn die Bauern halten sie allein für Unkraut.

Pflanzenkunde

Früher war die Pflanze in Ost- und Südeuropa beheimatet, mittlerweile wächst sie in ganz Europa, Nordamerika sowie Australien. Man findet sie vor allem auf Getreidefeldern, aber auch an Wegrändern, auf Äckern und Böschungen. In Bezug auf den Boden und die Nährstoffe ist die Pflanze anspruchslos. Selbst im Garten kann sie angebaut werden, sofern man ein sonniges Plätzchen für sie findet.
Die Kamille ist eine einjährige krautige Pflanze, die 15 bis 50 Zentimeter groß wird. Die Stängel stehen aufrecht oder aufsteigend und sind kahl. Die Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert, schmal und grün – gelb. Die Blüten sind gold – gelb. Sie blüht von Mai bis Juni. Wenn man die Blüte mit den Fingern zerreibt, macht sich der typische Kamille – Geruch bemerkbar.

Verwendung als Heilmittel
Schon die Menschen in der Antike wussten um die Heilkraft der Kamille. Die Heilwirkung ist heute sogar wissenschaftlich bestätigt.
Die Kraft der Wirkstoffe hängt mit dem richtigen Zeitpunkt des Pflückens zusammen. Ideal ist der dritte bis fünfte Tag nach dem Blühen. Dabei werden allein die Blüten verwendet.
Selbst bei schweren Erkrankungen, kommt die Kamille zum Einsatz. Ihre Inhaltsstoffe sind unter anderem ätherisches Öl, Schwefel, Oleanolsäure, Gerbsäure, harz sowie Gerbstoff. Diese haben eine antibakterielle, entzündungshemmende, schmerzlindernde, beruhigende sowie austrocknende Wirkung. Das Anwendungsgebiet der Kamille ist derart umfangreich, dass nur einige Beschwerden exemplarisch aufgezählt werden können. Dazu gehören Fieber, Asthma, Husten, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Wunden und Magen – Geschwüre.

Herstellung und Anwendung
Der Kamillentee zeichnet sich durch seine krampflösende und blähungsstillende Wirkung aus. Dafür werden zwei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten in eine Tasse gegeben und mit heißem, nicht kochendem Wasser übergegossen. Das ganze lassen Sie für fünf bis zehn Minuten bedeckt stehen und trinken es heiß, aber langsam und nur schluckweise.
Wer an chronischen Erkrankungen des Magen – Darm – Traktes leidet, muss drei- bis viermal täglich zwischen den Mahlzeiten und auf leerem Magen eine Tasse Kamillentee trinken. Eine heilende Wirkung kann aber erst ab zwei bis drei Wochen regelmäßiger Einnahme eintreten, nicht aber länger als zwei bis drei Monate.
Bei Entzündungen der Mundschleimhaut können Sie mit Kamille gurgeln, indem Sie einen Teelöffel des Extrakts in ein Glas warmes Wasser geben.
Zum Inhalieren wird ein Esslöffel Kamille – Extrakt auf einen halben Liter Wasser gegeben. Aber Achtung, denn wer zu chronisch trockener Nasenschleimhaut neigt, sollte nicht mit Kamille inhalieren.
Bei schlecht heilenden Wunden kann das unverdünnte Extrakt auf die betroffenen Stellen aufgepinselt werden. Eine Alternative dazu sind feuchte Umschläge, wobei ein Esslöffel Extrakt in einen Liter Wasser gegeben wird.

Kamille darf niemals mit dem menschlichen Auge in Berührung kommen, da die feinen Härchen der Kamilleblüten die Augen stark reizen.
Vor jeder Anwendung von Heilpflanzen, sollten Sie Ihre Beschwerden von einem Arzt oder Apotheker abklären lassen.
Autor: admin

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