Blutwurz (Heilpflanzen )

Der Blutwurz gehört zur Familie der Rosengewächse. Er wird zum Beispiel auch Rotwurz, Natterwurz oder Siebenfinger genannt. Seinen Namen hat die Pflanze von dem blutroten Saft, der austritt, wenn man die Wurzel anschneidet. Er darf nicht verwechselt werden mit dem Kanadischen Blutwurz, wobei auch letztere eine Heil- und Giftpflanze ist, die jedoch zu den Mohngewächsen gehört.

Pflanzenkunde
Fast in ganz Europa ist der Blutwurz heimisch. Man findet ihn unter anderem in Niedermooren mit leicht sauren Böden, Heiden und Mischwäldern. Bei dieser Pflanze handelt es sich um eine Staude mit gelben Blüten. Die Blüten haben einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter. Der Stängel ist aufrecht bis niederliegend, oben mehrästig, beblättert und verschieden behaart. Drei bis fünf große Nebenblätter sind vorhanden. Der Blutwurz ist ausdauernd und krautig und kann 10 bis 30 Zentimeter groß werden.

Die Pflanze blüht zwischen Mai und September und die Wurzeln können in den Herbstmonaten September und Oktober sowie im Frühlingsmonat März gesammelt werden. Insekten sind für die Bestäubung verantwortlich.

Verwendung als Heilmittel
Der in den Wurzeln enthaltene blutrote Saft enthält Gerbstoffe und hat eine antibakterielle Wirkung. Daher wird der Blutwurz als Heilmittel eingesetzt. Vor allem akute Durchfälle werden mit Hilfe des Blutwurz gelindert. Hilfreich ist die Heilpflanze auch bei Verbrennungen, Fieber und zur Stärkung des Magens.

Neben den Gerbstoffen finden sich unter anderem auch Flavonoide, ätherische Öle und Saponine in der Pflanze. Die Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, austrocknend, und zusammenziehend.

Herstellung und Anwendung
Im Frühjahr und im Herbst kann die Wurzel ausgegraben und daraus ein Tee zubereitet werden. Dafür muss die Wurzel zunächst zerkleinert und getrocknet werden. Nun können davon drei Esslöffel mit einem halben Liter kaltem Wasser vermengt und erhitzt werden. Der Tee muss insgesamt 15 Minuten kochen. Zur Regulierung der Darmfunktion sollte täglich eine Tasse von dem Tee getrunken werden.

Eine andere Möglichkeit ist die Herstellung einer Tinktur. Dafür kommt ein Teil Blutwurz zusammen mit zehn Teilen Weingeist in eine Flasche, die fest verschlossen und jeden Tag einmal geschüttelt wird. Nach vier bis sechs Wochen ist das Gemisch fertig und wird abgeseiht. Nun können von der Tinktur zwei- bis dreimal täglich 15 Tropfen ins Wasser gegeben werden.

Bei Entzündungen etwa an der Mund- und Rachenschleimhaut oder am Zahnfleisch, wird der Blutwurz in Form von Spülungen oder Pinselungen angewendet.

Auch Schnaps oder Likör werden aus Blutwurz hergestellt, aufgrund der verdauungsfördernden Wirkung. Dies ist zum Beispiel typisch für die Region rund um den Bayerischen Wald.

Vor der Anwendung von Heilkräutern jeglicher Art sollten Sie sich immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker beratschlagen.
Autor: admin

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