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Inkontinenz (Krankheiten)

Im Volksmund wird die Inkontinenz auch als Blasenschwäche bezeichnet. Gemeint ist damit der ungewollte Verlust von Urin in einem ungeeigneten Augenblick oder an einem unpassenden Ort. Wegen der Scham, suchen viele Betroffene keinen oder erst sehr spät einen Arzt auf. Daher kann nicht genau gesagt werden, wie viele Menschen in Deutschland an Inkontinenz leiden. Junge Menschen können ebenso betroffen sein wie ältere. Aber das Risiko, an Blasenschwäche zu erkranken, steigt mit zunehmenden Alter.

Symptome
Indem es verschiedene Formen von Inkontinenz gibt, sind auch die Symptome recht verschieden.

Da gibt es zunächst die Belastungs – Inkontinenz. Hier kommt es zu einem unkontrollierten Harnverlust aufgrund körperlicher Belastung. Dies kann zum Beispiel beim Niesen, Lachen, Husten oder dem schweren Heben sein. Vor dem Harnverlust haben die Erkrankten nicht das Gefühl des Harndrangs. Bei einem fortschreiten der Erkrankung kann der Harn sogar im bloßen Stehen ungewollt abgehen. Grund ist der Schließmuskel der Blase, der dem Druck im Bauchraum nicht standhalten kann. Vor allem Frauen sind hiervon betroffen.

Eine zweite Form ist die Reflex – Inkontinenz. Hierbei wird die Harnblase komplett entleert, aber ohne den Willen des Erkrankten. Auch hier fehlt es zuvor an einem Harndrang. Die mangelnde Kontrollierbarkeit über den Harnröhrenschließmuskel basiert auf einer Störung der Nerven oder des Rückenmarks. Das können etwa Menschen mit einer Querschnittslähmung sein.

Die Überlauf – Inkontinenz ist eine weitere Form der Blasenschwäche. Dabei ist die Harnblase immer übervoll, weil die Harnblase nicht vollständig entleert werden kann. So verbleibt stets eine kleine Restmenge Urin in der Blase, bis sie nach und nach komplett gefüllt ist und überläuft. Der Urin geht tröpfchenweise verloren, da in der Blase ein derart großer Druck herrscht, dass der Schließmuskel nicht dagegen ankommt. Davon sind vor allem Männer betroffen.

Die vierte Form der Blasenschwäche ist die Drang – Inkontinenz. Obwohl sich kaum Harn in der Blase befindet, verspüren die Erkrankten plötzlich einen derart starken Harndrang, dass sie den Urin nicht mehr zurück halten können und sie den Weg bis zur nächsten Toilette nicht schaffen.

Und schließlich gibt es die Extraurethrale Inkontinenz. Hier wird der Harn aus Körperöffnungen abgegeben, die den normalen Weg des Harntraktes umgehen. Die Ursachen sind ganz verschieden. Bei Kindern ist die Inkontinenz angeboren, indem sie etwa auf einer Fehlanlage der Harnröhre beruht. Bei Erwachsenen kann sie der Grund für die Bildung von Urinfisteln sein. Es kommt zu einem kontinuierlichen Urinverlust.

Vorsorge
Wie so oft, lässt sich auch der Inkontinenz durch eine gesunde Lebensweise, insbesondere regelmäßigen Sport und eine ausgewogene Ernährung, vorbeugen. So verhilft etwa eine ballaststoffreiche Ernährung zu einem geregelten Stuhlgang. Dagegen führt starkes Pressen wegen Verstopfung zu einer übermäßigen Belastung des Beckenbodens, was Inkontinenz fördert.

Menschen, die vor allem berufsbedingt über den Tag viel Sitzen, sollten schon in jungen Jahren ihren Beckenboden trainieren. Dies stärkt die Muskeln und verhindert ein Absinken der Harnröhre.

Von der Stressinkontinenz sind vor allem Frauen betroffen, die schwanger waren. Denn das Gewicht des Kindes hat den Beckenboden in der Schwangerschaft stark belastet. Daher sollte nach der Entbindung ein intensives Beckenbodentraining durchgeführt werden.

Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie der Blasenschwäche orientiert sich an der jeweiligen Form der Inkontinenz.

Bei der Belastungs – Inkontinenz muss der Beckenboden trainiert werden. Mit täglichen Übungen kann die Muskulatur gestrafft und der Blasenschließmuskel gestärkt werden. Unter Umständen müssen die Beckenbodenmuskeln zu Beginn durch Elektrostimmulation angeregt werden. Wer an Übergewicht leidet, kann oftmals durch Gewichtsreduktion die Erkrankung erheblich lindern.

Die Drang – Inkontinenz wird in leichten Fällen mit pflanzlichen Medikamenten, Blasentees oder Wärme behandelt. Bei schweren Verlaufsformen werden krampflösende Medikamente verabreicht. Bei leichten Formen des Urinverlusts können Einlagen oder Windeln den Betroffenen Erleichterung im Alltag verschaffen (erhältlich z. B. hier)

Die Überlauf – Inkontinenz wird mit Medikamenten behandelt, da sie zumeist Folge einer zu großen Prostata ist. So kann sie verkleinert werden. Denkbar ist auch ein operativer Eingriff.

Und auch bei der Reflex – Inkontinenz werden Medikamente verschrieben. Damit werden die spontanen Aktivitäten der Harnblasenmuskulatur gehemmt. Die Blase kann nur durch das selbständige Einführen eines Katheters kontrolliert entleert werden.

Disclaimer:
Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden. Der Inhalt von bestesalter.net kann und darf auf keinen Fall verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen. Wenden Sie sich bitte bei Beschwerden immer an Ihren Arzt.



Autor: admin

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