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Diabetes mellitus Typ 2 (Krankheiten)

Diabetes mellitus Typ 2
Aktuellen Erhebungen der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) zufolge gibt es weltweit 246 Millionen Diabetiker, ungefähr sieben Millionen davon leben in Deutschland. Diabetes gehört zu den fünf häufigsten Todesursachen. An den direkten Folgen dieser Krankheit sterben jedes Jahr 3 Millionen Menschen, allein in Deutschland waren es 2005 ca. 24 000 – rund ein Viertel mehr als noch 25 Jahre zuvor. Und die Zahl der Betroffenen, von denen viele noch nicht wissen, welche Zeitbombe in ihrem Körper tickt, wächst weiter. Jährlich kommen 300 000 Neuerkrankungen hinzu. Diabetes ist in Deutschland zur Volkskrankheit Nr. 1 geworden.

Während bei Diabetes Typ 1 das körpereigene Abwehrsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört , so dass die Versorgung er Körperzellen mit Energie und Bausteinen nicht mehr gewährleiste ist und die Gefäße dauerhaft geschädigt werden, ist bei Typ 2 die Wirkung des Insulins an den Zellen des Körpers gemindert. Zum Ausgleich produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin. Werden die Körperzellen – insbesondere die Muskel-, Leber- und Fettzellen - jedoch mit der Zeit immer unempfindlicher gegen Insulin, kann das die Bauchspeicheldrüse nicht mehr kompensieren; die Insulin-Ausschüttung bricht zusammen.

In der Regel wird die Diagnose „Diabetes mellitus“ fünf bis zehn Jahre verspätete gestellt – zu einem Zeitpunkt, wenn bei vielen Patienten bereits Komplikationen aufgetreten und Gefäßschäden irreparabel sind. Selbst einfachste Vorsorgemaßnahmen sind oft zu wenig bekannt oder werden nicht genutzt.

Um diese Situation zu vermeiden, ist die Kenntnis der Diabetes-Risikofaktoren unerlässlich. Mittlerweile sind mehrere Erbfaktoren bekannt, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. So ist Vorsicht speziell dann geboten, wenn Diabetes Typ 2 bei erstgradig Verwandten vorkommt. Das Risiko, ebenfalls zu erkranken, beträgt dann bis zu 60 %. Doch auch äußere Faktoren wie Übergewicht (Body Mass Index über 25) und Bewegungsmangel können für den Ausbruch der Krankheit entscheidend sein. Ein zu hohes Körpergewicht, insbesondere ein vergrößerter Bauchumfang, lässt das Diabetesrisiko um das 5- bis 10-fache ansteigen. Im Zusammenwirken mit Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten (Cholesterin, Triglyceride) bilden diese Faktoren das sogenannte Metabolische Syndrom, genannt „das tödliche Quartett“. Aber auch Medikamente wie Kortison, harntreibende oder blutdrucksenkende Mittel, Ovulationshemmer und Antidepressiva können – ebenso wie Lebererkrankungen, bestimmte Stressfaktoren (Traumen etc.) und Hormonstörungen – den Ausbruch von Diabetes begünstigen.

Da erhöhe Blutzuckerwerte zunächst keine Beschwerden verursachen, können Blutgefäße und Nervenbahnen bereits geschädigt sein, bevor eine Diagnose erstellt ist. Bei unzureichender Behandlung kommt es dann zu schweren Folgeerkrankungen wie Nierenversagen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Über 75 % aller Diabetiker sterben an Herzinfarkt oder Schlaganfall!), Nervenstörungen, „diabetischen Fuß“ oder Erblindung. Bei hochgradigen Gefäßschädigungen sind Amputationen oft unvermeidlich.

Es gibt jedoch bestimmte Symptome, die auf eine beginnende Erkrankung hinweisen, so zum Beispiel besondere Anfälligkeit gegen Infektionen (u. a. der Haut – oft verbunden mit starkem Juckreiz und schlechter Wundheilung), gesteigerter Durst, häufiges Wasserlassen, auffällige Gewichtsabnahme, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Sehstörungen und Muskelkrämpfe.

Welche Vorsorgeuntersuchungen tatsächlich sinnvoll sind, hängt vom Vorhandensein der oben genannten Risikofaktoren ab. Um diese zu ermitteln, werden verschiedene Risikotests angeboten, so zum Beispiel vom Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf. Fachärzte empfehlen die Bestimmung des sogenannten „Nüchtern-Blutzuckers“ generell bei allen Personen im Abstand von drei Jahren ab dem 45. Lebensjahr, bei Risikogruppen unabhängig vom Lebensalter in kürzeren Intervallen. Bestandteil der Gesundheitsvorsorge können außerdem Urinuntersuchungen, das Blutzuckerprofil (Blutzuckerwerte vor und nach den Hauptmahlzeiten), Zuckerbelastungstests (Vergleich nüchtern und ein bzw. zwei Stunden nach dem Trinken einer genormten Zuckerlösung) und die Bestimmung des HOMA-Indexes (Prüfen der Wirkung des körpereigenen Insulins bei Übergewicht und auffälligen Blutzuckerwerten) sein.

Mit ausgewogener, gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich das Diabetes-Risiko am wirkungsvollsten senken. Dabei können oft schon kleine Änderungen des Lebensstils die Gesundheit erheblich fördern. Bereits 30 Minuten intensive Bewegung täglich verringern das Risiko einer Erkrankung um mehr als 30 Prozent. Besonders empfehlenswert sind Sportarten wie Walking, Jogging, Schwimmen oder Radfahren. Die Belastung stimmt, wenn Sie leicht schwitzen und sich beim Sport gut unterhalten können. Feste Trainingstermine, nette Mitstreiter und realistische Ziele helfen, auch in motivationsschwachen Momenten dabeizubleiben und eventuell vorhandenes Übergewicht zu reduzieren.
Bei Ihrer Ernährung sollten Sie darauf achten, reichlich Obst und Gemüse auf dem täglichen Speisezettel zu berücksichtigen; am besten beginnen Sie jede Mahlzeit mit Obst oder einem Salat. Genießen Sie Milchprodukte, Fleisch und Wurst möglichst fettarm und ersetzten Sie beim Braten feste, insbesondere tierische Fette durch Raps- oder Olivenöl. Auf Kalorienbomben wie Fertiggerichte und Fastfood sollte man lieber verzichten – ebenso wie auf zuckerhaltige Getränke. Mineralwasser, verdünnte Obstsäfte und Kräutertees sind als gesunde Durstlöscher besser geeignet.

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Autor: admin

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