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Restless-Legs-Syndrom (Krankheiten)

Restless-Legs-Syndrom - Wenn die Beine zu Quälgeistern werden
Wer vom Syndrom der „Ruhelosen Beine“ (Restless Legs Syndrom) betroffen ist, fühlt sich oft missverstanden, manchmal sogar als Simulant. Zwar ist diese neurologische Störung unter der Bevölkerung eher unbekannt, tritt aber recht häufig auf.

In der Regel beginnen die Beschwerden, wenn man zur Ruhe kommt. Meist liegt man schon im Bett, schlummert fast und dann geht es los: Kribbeln, Brennen, prickelnder Schmerz oder Juckreiz zwingen zum Bewegen oder Aufstehen. Ob man will oder nicht, man muss einfach die Beine und Füße bewegen. Kurzzeitig setzt Erleichterung ein, man wähnt sich „in Sicherheit“, freut sich auf den Schlaf und wird enttäuscht. Mit der Nachtruhe ist es vorbei, denn der Spuk beginnt wieder von vorn. Die Symptome lassen sich nicht abstellen.
Wenn man eine Nacht wenig oder schlecht schläft, kann das der Organismus kompensieren. Läuft über Wochen und Monate Nacht für Nacht das gleiche Spiel, hat der Patient mit Sicherheit Schlafstörungen und logischerweise ein großes Ruhebedürfnis. Er ist gereizt, nervös, unkonzentriert und kein guter Gesellschafter.

Was tun?
Hilfe zur Selbsthilfe gibt es kaum, deshalb hier der Rat: Gehen Sie zum Arzt. Das Restless-Legs-Syndrom ist weder eine Einbildung noch eine Modererkrankung, sondern ein anerkanntes neurologisches Leiden. Das typische Empfinden kennen Mediziner schon seit Jahrhunderten; allerdings steht RLS erst seit den 80er Jahren wieder im wissenschaftlichen Fokus.
Schildern Sie Ihrem Arzt wann und wie die Symptome einsetzen, wie lange sie anhalten und ob sie Ihr Leben beeinträchtigen. Sofern Sie unsicher sind, hier die typischen Merkmale:
* Beschwerden treten abends und nachts auf
* Missempfinden spitzt sich in Ruhe zu, zeitweises Lageverändern bessert
* intensives Bedürfnis, die Beine zu bewegen
* qualvolle Unruhe oder periodisches Zucken der Beine, selten der Arme
Vorwiegend zeigt sich das Beschwerdebild an den unteren Extremitäten, seltener kommt es an Oberschenkeln und den Armen vor.

Diagnostik
Sind die Zeichen noch so eindeutig, muss trotzdem an weitere Ursachen gedacht werden. Wie immer, wenn der Arzt nach Hintergründen forscht, ist zuerst eine Blutabnahme erforderlich. Weichen die Werte der Laboruntersuchung ab, steckt eventuell Eisen- oder Folsäuremangel, eine gestörte Hormonproduktion (TSH = Schilddrüsenhormon) oder eine geminderte Nierenleistung hinter den zuckenden Beinen.
Dann folgt der Gang zum Neurologen, der zunächst mit der so genannten Elektroneurographie (Messung der Nervenleitgeschwindigkeit) andere mögliche Nervenerkrankungen (z. B. Polyneuropathie) ausschließt. Ferner setzt er den L-Dopa-Test ein, der bestenfalls auf einen mangelhaften Dopamin-Stoffwechsel hinweist.

Dopamin – Kurier des Gehirns
Der Neurotransmitter Dopamin arrangiert die Erregungsleitung zwischen der Nervenzelle, dem Gehirn und dem Rückenmark (Zentrales Nervensystem). Fehlt der Botenstoff, gerät das Senden und Empfangen von Informationen ins Stocken. Das ZNS bemerkt zwar diese gestörten Aktionen, trotzdem steigt die Erregung an und bleibt auf dem Level. Ein gesunder Dopaminhaushalt würde hier ausgleichen, ein defekter kann es nicht. Experten sehen darin eine diskutable Ursache für Restless Legs Syndrom.

Frauen oder Männer? Alt oder Jung?
Erster Fakt: RLS tritt familiär gehäuft auf; die Patienten verdanken ihre Beschwerden also ihren Vorfahren. Mediziner sprechen hier von der idiopathischen Form, da sie ohne krankhafte Auslöser vonstattengeht.
Der symptomatischen Form liegen Grundleiden wie Diabetes mellitus, Nierenstörungen, Eisenmangel oder rheumatische Gelenkserkrankungen zugrunde. Häufig sind auch periphere Nervenschäden vorhanden.
Zweiter Fakt: 5-10% der Deutschen bedrückt RLS; es zählt derzeit zu den häufigsten neurologischen Krankheiten. Frauen betrifft es eher. Sie berichten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr erstmalig von solchen Symptomen. Grundsätzlich steigern sich mit zunehmendem Alter die Beschwerden.

Disclaimer:
Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden. Der Inhalt von bestesalter.net kann und darf auf keinen Fall verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen. Wenden Sie sich bitte bei Beschwerden immer an Ihren Arzt.


Autor: admin

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