Mistel (Pflanzen & Obstbäume)

Mistel (Viscum album)
Jeder der schon einmal Asterix gelesen hat, kennt den Druiden Miraculix, der die Bäume nach Misteln absucht und diese dann mit einer goldenen Sichel erntet. Die Mistel galt schon immer als magische Pflanze und sie wurde als Allheilmittel gegen jede Art von Krankheit angesehen. Es stimmt sogar, dass sie von den Druiden mit goldenen Sicheln geerntet wurden, dabei durften sie nicht auf den Boden fallen, sonst wäre die heilende Wirkung verflogen.

Die Mistel ist eine Halbschmarotzerpflanze, die andere Pflanzen als Standort benötigt um dort Wurzeln zu schlagen. Wie die Orchideen sitzt die Mistel in den Ästen der Bäume und entzieht ihnen so Wasser und Nährstoffe. So richtig zu sehen bekommt man die Mistel erst wenn die Bäume im Herbst ihr Laub abwerfen.

Die Herkunft ihres Namens ist ungewiss. Im althochdeutschen wurde die Pflanze mistil  genannt, was so viel bedeutet wie Mist. Ihre Samen werden durch die Ausscheidung der Vögel verbreitet, daher wohl der Name Mist. Es gibt für sie in der Umgangssprache noch viele andere Bezeichnungen, so nannte man sie Hexenbesen, Hexenkraut, Donarbesen, Geißechrut und auch Vogelchrut.

In England gibt es den netten Brauch, in der Weihnachtszeit einen Zweig der Mistel im Raum aufzuhängen. Sie gilt als Glücksbringer und Symbol für Fruchtbarkeit. Wer darunter steht darf geküsst werden. Manche Leute gehen sogar so weit, in der Zeit immer einen Zweig bei sich zu tragen und zu hoffen, dass es jemand bemerkt und die Gunst der Stunde nutzt.

Arten und Standort
Misteln gehören zu den Sandelholzgewächsen und gedeihen auf Laubbäumen wie Pappeln und Eschen. Aber auch auf Nadelbäumen wie der Robinie  oder der Tanne ist sie zu finden. Die bekanntesten und am meisten verbreiteten Arten sind die Laubholz-Mistel (Viscum album), die Tannen-Mistel (Viscum abietis) und die Kiefern-Mistel (Viscum laxum) Schon ab Ende Februar blühen die Misteln. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf zwei getrennten Pflanzen. Beide Blüten sind leicht gelblich und riechen ein wenig nach Orange, was viele Insekten anlockt. Ab September reifen die weißen Beeren. Die Früchte der Mistel sind sehr klebrig und enthalten einen Samen.

Wenn im Herbst die Blätter fallen sind die kugeligen Mistelpflanzen leicht zu erkennen. Man findet die Mistel bevorzugt in Flusstälern, wo die Luftfeuchtigkeit höher ist. Bäume die von Misteln bewachsen sind findet man  bis zu einer Höhe von 1200 m. Da die Samen von Vögeln verbreitet werden, wachsen die Pflanzen oft in sehr großer Höhe und es wäre nicht ratsam sie dort zu ernten, egal ob mit einer goldenen Sichel oder einem schlichten Messer.
Ist ein Baum von vielen Misteln befallen, so kann das zum Absterben führen. Durch den Entzug von Nährstoffen kommt es zu einer Unterversorgung des Wirtsbaums. In den meisten Fällen jedoch kann ein gesunder Baum eine gewisse Menge an „Mitessern“ durchaus vertragen.

Bedeutung in der Medizin und der Mythologie
Die Pflanze gehört zu den ältesten Zauberpflanzen die wir kennen. Sie wird schon in der griechischen Mythologie erwähnt, in der Sage um Äneas  der mit Hilfe der Mistel in die Unterwelt eindringen wollte. Ein Mistelzweig diente auch dem Gott Merkur zum öffnen der Tore des Hades. Für unsere Vorfahren gehörte die Mistel zu den Allheilmitteln.  Das ist sie zwar nicht, aber die Mistel enthält sehr viele Stoffe, die helfen die Gesundheit zu erhalten.
Schon im 1. Jahrhundert nach Christus beschreibt der Gelehrte Plinius ihre Wirkung bei Fallsucht (Epilepsie). Heute findet man die Wirkstoffe der Mistel in vielen Präparaten gegen hohen Blutdruck oder Herzbeschwerden. Sogar zur Begleitung einer Krebstherapie und auch zu deren Nachbehandlung kann man Mistelpräparate in spezieller anthroposophisch-homöopathischer Aufbereitung anwenden.

Misteltee steigert Verdauung und Stoffwechsel, sodass sie bei Beschwerden der Verdauungsorgane und verschiedenen Stoffwechselstörungen eingesetzt werden kann. In den Wechseljahren lindert sie  die typischen Wechseljahrsbeschwerden.
Wie viele Arzneipflanzen ist die Mistel leicht giftig und vom Verzehr der Blätter oder Beeren wird abgeraten.

Dekotipps
Die Mistel steht in Deutschland unter Schutz und darf nicht gesammelt werden! Wer sich dem alten Brauch gemäß einen Strauß Misteln ins Haus holen will, der sollte sie besser in der Gärtnerei kaufen. Dort gibt es sie in allen Varianten, in der Naturform oder auch vergoldet. Zusammen mit der Stechpalme ist die Mistel die typische Dekoration für die Weihnachtszeit. Wer länger etwas davon haben möchte, kann sie auch als Kunststoffnachbildung kaufen. Es gibt Misteln aus Kunststoff die kaum von der natürlichen Pflanze zu unterscheiden sind. Ein Kranz aus Misteln an der Haustür ist eine wunderbare Deko für die Advents und Weihnachtszeit.
Es ist sehr schwer Misteln im eigenen Garten zu ziehen, denn sie benötigen einen entsprechend großen und alten Baum. Und wie schon erwähnt schädigt die Pflanze ihren Wirt, was bis zum Absterben des Baumes führen kann.
Autor: admin

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