Stechpalme (Pflanzen & Obstbäume)

Stechpalme (Ilex)
Eine der bekanntesten Pflanzen der Weihnachtszeit ist die Stechpalme, auch Ilex genannt. Mit ihren dunkelgrünen gezackten Blättern und den leuchtend roten Früchten ziert sie zahlreiche weihnachtliche Grüße und auch als Dekoelement ist sie zu dieser Jahreszeit unverzichtbar. Die amerikanische Filmindustrie hat die Pflanze quasi unsterblich gemacht, denn der Name Hollywood bedeutet übersetzt nichts anderes als Stechpalmenwald. Bei uns ist der Ilex aber auch unter den Namen Hülse, Hulstbaum, Stechlaub, Schradl oder Schradlbam bekannt. Die Zweige der Stechpalme haben im Gegensatz zu denen der Nadelbäume den Vorteil, dass sie auch im beheizten Zimmer lange ansehnlich bleiben. Dabei ist die Stechpalme überhaupt keine Palme, der Name kommt aus der christlichen Liturgie es war, mangels echter Palmen, üblich Zweige der Stechpalme am Palmsonntag in der Kirche aufzuhängen.
Arten und Standort
Nur wenige wissen, dass es von der Stechpalme nahezu 800 Arten gibt. Neben der klassischen Variante, der Ilex aquifolium mit den dunkelgrünen Blättern und den roten Früchten, gibt es auch Sorten die gelbe oder schwarze Früchte tragen. Auch die Farbe der Blätter variiert, wie bei der gelbbunten Sorte „Golden Milkboy“. Stechpalmen sind in der Regel zweihäusig, das bedeutet, dass es weibliche und männliche Exemplare gibt. Wer also einen üppigen Beerenschmuck haben möchte, sollte beide kombinieren. An ihren natürlichen Standorten wächst der Ilex auf humosen und leicht sauren Böden. Am besten gedeiht die Pflanze unter dem schützenden Blätterdach der Baumkronen oder nahe der Hauswand. Dort ist sie gleichzeitig vor starkem Frost und Wind geschützt und nicht unmittelbar der Sonne ausgesetzt. Je nach Sorte können die Pflanzen eine Höhe von bis zu 15 Metern erreichen, es gibt aber auch Sträucher die klein bleiben und somit auch für den kleineren Garten geeignet sind.
Bedeutung in der Mythologie und Medizin
Seit Harry Potter wissen wir, dass aus dem Holz der Stechpalme Zauberstäbe geschnitzt werden. Aber schon sehr viel länger wurde die Stechpalme verehrt, schon in vorchristlicher Zeit galt sie als ein Symbol für die Unvergänglichkeit, den Tod und die Wiedergeburt. Ihre gezähnten, teils stacheligen Blätter, so glaubte man, boten Schutz vor dem Bösen bieten und würden zur weisen Voraussicht verhelfen. Die alten Germanen schmückten Haus und Stall mit den Stechpalmenzweigen. Sie glaubten damit die Feen und guten Waldgeister ins Haus zu locken, die in den Zweigen Schutz suchen würden. Der englische Name Holly deutet auf die mythologische Figur der Frau Holle hin, diese gab auch dem Holunder seinen Namen. Das langsam wachsende Holz fand aber nicht nur bei Zauberern Verwendung, daraus wurden auch ganz profane Gegenstände wie Handgriffe und Spazierstöcke gefertigt. Der Geheimrat Goethe besaß so einen edlen Spazierstock aus geschliffenem Ilex Holz. Wer das Goethehaus in Weimar besucht, kann ihn dort heute noch bewundern.
Wie die meisten Pflanzen die in der Mythologie erwähnt werden, ist der Ilex auch in der Medizin verwendet worden. Die Stechpalme ist in allen Teilen giftig und das machte man sich schon früh in der Medizin zu Nutzen So wurde sie zum Beispiel gegen Erkältungskrankheiten und Fieber sowie gegen Epilepsie und Verstopfung verwendet. Die giftigen Inhaltsstoffe lösen Erbrechen und Durchfälle aus, daher sollte auf die Beeren im Garten oder als Deko besser verzichtet werden wenn sie in Reichweite von Kindern stehen. Vögeln scheint das aber nicht zu schaden, für sie sind die Beeren ein Teil des Winterfutters. Vogelfreunde lassen einen Teil der Früchte für die gefiederten Gartenbewohner am Strauch hängen.

Dekotipps
Da die Stechpalme ihre Blätter auch dann lange nicht abwirft, wenn sie in einem beheizten Raum aufbewahrt wird, eignet sie sich wunderbar für weihnachtliche Dekorationen. Ein Kranz aus Ilex Zweigen und deren roten Früchten allein reicht schon als weihnachtliches Symbol an der Haustür. Wer keine frischen Zweige im Garten hat, kann auch auf künstliche Zweige aus dem Bastelladen zurückgreifen. Es empfiehlt sich nicht die Zweige einfach aus der Natur zu entnehmen, denn der Ilex steht vielerorts unter besonderem Schutz und es ist nicht erlaubt sich Zweige abzuschneiden.
Für die Kaffeetafel genügt es je einen Zweig zu jedem Gedeck mit dazu zu legen um eine festliche Stimmung zu schaffen. Die Blätter lassen sich mit entsprechenden Stiften auch beschriften und eignen sich so als Tischkarten. Natürlich gibt es auch bei der Tischwäsche jede Menge Varianten als Stickerei oder aufgedrucktes Motiv. Wer hier selbst kreativ werden möchte, findet hierzu zahlreiche Vorlagen im Fachhandel.
In Kombination mit Misteln, Zimtstangen, Kerzen und den Zweigen der Nadelbäume wird aus jedem schlichten Ilex Zweig eine wunderbare weihnachtliche Dekoration.
Autor: admin

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