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Giverny (Reiseberichte)

Giverny
Viele kennen das berühmte Gemälde von Claude Monet, mit dem er die Brücke mit den Seerosen unsterblich gemacht hat. Aber kaum einer weiß, dass er das Meisterwerk vor seiner eigenen Haustür gemalt hat. Monet lebte und malte dort von 1883 bis zu seinem Tod 1926. Mehr als 400.000 Besucher strömen von April bis November durch die Gartenanlage und das Haus Monet´s.

Giverny liegt im Seinetal im Herzen der Normandie, nahe dem Städtchen Vernon. Das Leben des Künstlers war schon lange durch seine Liebe zur Natur und zum Garten geprägt. Schon in Argenteuil bei Paris, wo er 1871-1878 mit seiner Familie lebte, bepflanzte er seinen Garten und malte seine Familie inmitten dieser Farbenpracht.

Monet schuf einiger seiner bedeutendsten Werke in seinem Garten. Darunter fallen die zahlreichen Seerosenbilder und die berühmte Brücke über den Teich in seinem Garten. Die Originale der Gemälde hängen heute in den Museen der Welt, wer aber die Motive besichtigen will, der sollte nach Vernon kommen und sich Giverny in seiner vollen Blütenpracht ansehen. Das berühmte Bild mit der Japanischen Brücke über den Seerosenteich ist  heute im Musée d'Orsay in Paris zu bewundern.
Nach dem Ableben Monets übernahm sein Sohn das gesamte Areal, das er 1966 der Académie des Beaux Arts vermacht hat. Im Jahr 1980 nach Beendigung umfassender Restaurierungsarbeiten wurden Haus und Garten als "Claude Monet Stiftung" eingeweiht. Aber nicht nur der Garten ist öffentlich zu besichtigen, auch das Haus Monets kann besucht werden.

Die Geschichte des Gartens
Nach dem Kauf des Grundstücks baute Monet zunächst das Haus und den Garten um. Dabei wurde eine kleine Scheune zum Atelier umgestaltet und eine andere Scheune zur Küche.
 Im Jahr 1893, kaufte er eine Wiese auf der anderen Straßenseite seines Grundstücks, dort entstand der berühmte Teich, den er mit Seerosen bepflanzte. Diese beiden Gärten sind heute mit einem Tunnel verbunden. Monet beschäftigte allein 7 Gärtner, die mit der Pflege des Gartens und der Seerosen im Teich beschäftigt waren. Da ihm die Straße, die die beiden Gartenteile trennte zu staubig war, ließ er sie auf eigene Kosten asphaltieren.

Clos Normand und der Wassergarten
Den Gartenteil der unmittelbar vor dem Wohnhaus liegt, verwandelte er mit der Zeit vom Nutzgarten zum Ziergarten. Die Apfelbäume wurden entfernt und an ihre Stelle wuchsen nun Rosen und Kapuzinerkresse. Sandwege durchzogen nun den Gartenteil und auf Spalieren wuchsen Kletterrosen anstelle von Äpfeln. Dieser Teil des Gartens nennt sich "Clos Normand" und ist geprägt von flimmernden Blumenbeeten die von Frühjahr bis in der Herbst hinein blühen. Hier befinden sich die Malkastenbeete genannten Anpflanzungen. Der Künstler pflanzte hier Blumen in unterschiedlichen Farbnuancen. Wenn die Sonne darauf scheint, kann der Besucher eine Vorstellung bekommen wie die Farben ineinander fließen und der Eindruck eines Gemäldes von Monet entsteht. Claude Monet selbst verbrachte viele Stunden inmitten seiner Blumen und wurde scheinbar nie müde sie immer und immer wieder auf die Leinwand zu bannen. Er pflanzte eigenhändig viele Zwiebelblumen, Stauden und einjährige Blütenpflanzen in allen Farben.

Ab 1884 rückte der Garten in den Mittelpunkt seiner Malerei und nach 1897 verdrängten der Teich und die Seerosen alle anderen Motive. Um den Teich anlegen zu können, musst Monet durchsetzen dass er den Fluss Epte umleiten durfte. Der Wassergarten, der von Trauerweiden umschattet, etwas unterhalb des eigentlichen Gartens liegt, hat Monet zu seinem berühmtesten Werk inspiriert. Der Künstler ließ dort eine  Japanische Brücke über den Teich bauen. Diese wird von Glyzinien umrankt und an seinen Ufern wachsen zahlreiche Azaleen. Die Wasserfläche ist über und über mit Seerosen bewachsen. Diese Seerosen hat Monet in allen Variationen gemalt, die Bilder hängen heute in fast jedem großen Museum der Welt.

Monets Wohnhaus
Anders als in anderen Gärten, gehört das Wohnhaus Monets zu den Bereichen, die der Besucher auch besichtigen kann. Das rosa verputzte Haus mit seiner fast völlig bewachsenen Fassade hat sein farbenfreudiges Innendekor und so seinen intimen Charme von einst über die Jahre erhalten können. Besonders sehenswert ist das gelbe Esszimmer, hier scheint immer die Sonne zu scheinen. Auch die Küche ist einen Besuch wert, sie ist in Blau gehalten und enthielt schon zu seinen Lebzeiten einen Eisschrank, ein Novum für die damalige Zeit.
Leider hängen im Haus keine echten Monets dafür aber eine Auswahl an japanischen Holzschnitten die der Meister noch selbst ausgesucht haben soll.

Reisetipps für Garten- und Kunstfreunde
Wohl kaum jemand der die Bilder Monet´s schon im Original gesehen hat, würde es sich entgehen lassen, die Motive auch in freier Natur zu bewundern. Und so sind Haus und Garten des Künstlers der Mittelpunkt so mancher Gartenreise nach Frankreich.
Viele Reiseanbieter haben die Normandie im Programm und man kann zwischen Angeboten für Kunstinteressierte und reinen Gartenreisen wählen. Am besten ist es jedoch beides zu verbinden, denn nur so kann man den Kunstwerken Monets wirklich nahe kommen.
Angebote für Reisen nach Giverny findet man unter anderem bei:   Bestminutetravel, Studien Kontakt Reisen oder auch bei Sellpage. 
Autor: admin

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