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Sissinghurst (Reiseberichte)

Sissinghurst, der schönste Garten Englands
Für jeden der Gärten liebt ist der Garten von Sissinghurst ein Begriff. Jahr für Jahr strömen mehr als 160.000 Menschen dorthin, um sich das Werk von Vita Sackville-West und ihres Mannes Sir Harold Nicolson anzusehen. Sissinghurst gilt als der schönste Garten Englands und das mag im Land der Gartenenthusiasten schon etwas heißen. Für die meisten Besucher symbolisiert er die klassische Form der englischen Gartenkunst. Sissinghurst liegt 40 km südlich von Canterbury mitten in der Grafschaft Kent. Die komplette Gartenanlage wird seit vielen Jahren vom National Trust, das ist eine Art privater englischer Denkmal- und Landschaftsschutz-Gesellschaft, betreut.
Die Geschichte von Sissinghurst
Die englische Schriftstellerin Vita Sackville West und ihr Ehemann Sir Harold Nicolson kauften im Jahr 1930 das Anwesen und bis zu ihrem Tod im Jahr 1962 bzw. 1968 waren beide maßgeblich an der Anlage und der stetigen Erweiterung des Gartens beteiligt. Zunächst bestand das Gelände aus mehr oder weniger verfallenen Gebäuden und brachliegenden Feldern.
Über die Jahre gelang es dem Paar daraus einen wunderschönen und in seiner Anlage einzigartigen Garten zu formen. Von dem ehemaligen Anwesen, waren nur noch das Wahrzeichen, der Turm, Vitas Arbeitsplatz als Schriftstellerin, ein paar verteilte Gebäude sowie verschiedene Wirtschaftsanbauten erhalten geblieben. Nach einer rund zweijährigen Renovierungszeit konnte man endlich dort einziehen und mit der Gartengestaltung beginnen.
Anders als in den damals üblichen Gärten, schufen die beiden Besitzer erstmals abgeschlossene Gartenräume. Dies zeigt sich unter anderem in den unterschiedlichen Farbkonzepten der Gartenteile und mündet in dem berühmten weißen Garten, dem bekanntesten Teil der Gartenanlage. Dieses Konzept ist bis heute Vorbild für zahlreiche Gartenliebhaber, die den Garten von Sissinghurst im Kopf haben wenn sie anfangen ihren eigenen Garten zu planen. Sissinghurst überstand den zweiten Weltkrieg ebenso schadlos wie die Übernahme durch den National Trust. Heute wird der Garten von ambitionierten Gärtnern betreut, die das Erbe der beiden ursprünglichen Besitzer aufs beste wahren.
Die Aufteilung des Gartens
Sissinghurst ist in 10 verschiedene Gartenbereiche aufgeteilt, wobei jeder für sich gestaltet ist, sowohl was die Pflanzenauswahl als auch die Farben angeht.
-Der obere Hof wird vom Wahrzeichen der Anlage, dem Turmbogen bestimmt. Farblicher Mittelpunkt ist hier die violette Rabatte, in der die Farbe violett in allen Schattierungen vorkommt.
-Gleich hinter dem Turmbogen beginnt der untere Hof, der eher durch faszinierende Blickachsen von sich reden macht als durch spektakuläre Farben. Hier dominieren mehr die Mauerpflanzen wie Klematis und Rosen.
-Einer der Höhepunkte des Gartens ist der Rosengarten, in dem alte Rosensorten und ihre Begleitpflanzen zu bewundern sind.
-Wenn es im Frühjahr zu blühen beginnt, dann ist der Lindengang, der als erstes mit frischen Farben lockt. Hier wurden zahllose Zwiebelblüher wie Tulpen und Primeln gepflanzt.
-Daran schließt sich der Bauerngarten an, hier wird anders als in den anderen Gartenräumen auf ein striktes Farbkonzept verzichtet.
-Der Nussgarten beherbergt nicht nur eine Vielzahl an Nusssträuchern, sondern auch Bodendecker in allen vorstellbaren Varianten.
- Der von einer mittelalterlichen Mauer gekennzeichnete Grabengang ist von Bleiurnen gekrönt und in seinen Fugen wachsen einheimische Farne.
-Im Kräutergarten befindet sich der Sitz Edwards des Bekenners, an dessen Fuß zahlreiche Kräuter aus aller Welt wachsen.
-Zu jedem Anwesen gehört auch ein Obstgarten, hier sind die Bäume zum Teil nur die Stütze für Kletterrosen die bis in die Baumwipfel hinein wachsen.
Der weiße Garten
Als bekanntester von allen Bereichen Sissinghursts ist der weiße Garten ein Lehrstück über die Verwendung von Farben, Blattformen und Düften im Garten. Der ehemalige Pfarrgarten wurde nach dem zweiten Weltkrieg angelegt und zählt damit zu den jüngeren Teilen der Gartenanlage. Nach seinem Vorbild werden heute noch Gärten in nur einer Farbe angelegt. Die Farbe Weiß kommt besonders in Kombination mit dunkelgrün und silbergrau hervorragend zur Geltung. Weiße Blüten wirken hauptsächlich in den Abendstunden, wenn andere Farben zu verblassen beginnen. Die Fülle an weißen Blüten ist atemberaubend und wer das einmal selbst gesehen hat, der wird es so schnell nicht vergessen. Die Bandbreite der Blumen geht von Iris über Ziertabak bis hin zu Lupinen.
Optischer Mittelpunkt ist in diesem Teil des Gartens die Statue der kleinen Jungfrau. Sie bildet den Endpunkt einer Blickachse von der Bischofspforte aus und besteht aus einem bleiernen Abguss einer Statue von Tomas Rosanides aus dem Jahr 1935.
Die beste Zeit den weißen Garten zu besuchen ist der Frühsommer, wenn der größte Teil der Blumen dort in voller Blüte steht.
Tipps für Reiselustige
Wer sich den Garten von Sissinghurst gern selbst einmal ansehen will, kann aus einer Vielzahl an sehr guten Reiseangeboten wählen. Gartenreisen bucht man am besten in kleinen Gruppen von bis zu maximal 10 Personen. Unterkunft bieten hier meist kleinere Pensionen und Hotels, die Bed & Breakfast oder auch Halbpension anbieten.
Ein Paar Anbieter die sich auf Gartenreisen spezialisiert haben sind hier aufgeführt:
Visit England, Gartenreisen-Laade, Englandnonstop, aber es gibt noch sehr viel mehr. Hier lohnt es sich, sich genug Zeit zu nehmen und das passende auszusuchen.
Autor: admin

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