» Bestesalter.net » Artikel » Lifestyle » Vermischtes » Krankheitstage und Arbeitslosengeld II

Krankheitstage und Arbeitslosengeld II (Vermischtes)

Arbeitslosengeld II Bezieher müssen während einer Erkrankung besondere „Pflichten“ beachten, da ansonsten empfindliche Kürzungen (Sanktionen) des ALG II Regelsatzes drohen. Wenn man von einer Krankheit betroffen ist, ist es wichtig sich frühzeitig bei der zuständigen Arge oder Kommune zu melden. Grundsätzlich muss eine ärztliche Arbeitsunfähigkeit-Bescheinigung (AU) bis zum dritten Wochenarbeitstag vorliegen. Während einer Erkrankung steht man zu mindestens für die Zeit der Erkrankung dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und kann somit auch nicht vermittelt werden.

Sollte während der Erkrankung ein Termin in der Behörde statt finden, so ist es sehr wichtig, frühzeitig den Termin abzusagen und die Krankmeldung dem zuständigen Sachbearbeiter vorzulegen. Ansonsten droht auch hier eine Sanktion aufgrund der Versäumnis eines Meldetermins. Sanktionen bedeutet, dass der Regelsatz für die Zeit von drei Monaten um 30 Prozent gekürzt wird. Kommt es weiteren sog. Pflichtverletzungen kann der Hartz-4-Regelsatz sogar um bis 100 Prozent abgesenkt werden.

Werden die Hartz IV Leistungen auch während einer Krankheit gezahlt?

Grundsätzlich werden alle Hartz 4 Leistungen (Regelsatz, Miete, Heizung) auch während einer Erkrankung gezahlt. Entsprechende Kürzungen, zumal wenn die Krankmeldung frühzeitig vorlag, sind rechtswidrig. Betroffene sollten in solchen Fällen einen Widerspruch einlegen. Entsprechende Hilfe zum Erstellen eines Widerspruchs bieten eine Vielzahl von unabhängigen Erwerbslosen Beratungsstellen.

Was passiert, wenn man für eine längere Zeit krank wird?

Ist man länger als 6 Monate krank geschrieben, kann es passieren, dass man als „Nicht-Erwerbsfähig“ eingestuft wird. Statt dem Arbeitslosengeld II bekommt man in diesem Falle die Sozialhilfe. Die Bezüge bei der Sozialhilfe gestalten sich im Grund ähnlich wie bei dem Arbeitslosengeld II. Jedoch ist der Vermögensfreibetrag deutlich niedriger eingesetzt, als beim Arbeitslosengeld II. Da der Vermögensfreibetrag niedriger ist, kann es passieren, dass sie zunächst ihr Erspartes auf brauchen müssen, bevor sie weitere Leistungen erhalten. Der Vermögensfreibetrag ist bei der Sozialhilfe (§ 90 SBG XII ) beträgt gerade einmal 1600 Euro bzw. 2600 Euro, wenn die der Betroffene das 60. Lebensjahr vollendet hat und/oder nachweislich voll erwerbsgemindert ist.

Gilt die Sechs-Monate Regelung immer?

Eine sogenannte 6-Monats-Regelung gilt nicht in jedem Fall. Hier kommt es immer auf den Einzelfall und die Erkrankung des Betroffenen an. Hegt beispielsweise die Arge Zweifel an der tatsächlichen Erkrankung des Leistungsbeziehers, so kann die zuständige Behörde einen Amtsarzt einsetzen, der die Erkrankung prüft.  Kommt der Amtsarzt zu dem gleichen Ergebnis wie der Hausarzt, so kann es durchaus passieren, dass die Behörde den Leistungsempfänger zu einer Erwerbsunfähigkeitsrente drängt. Sind Sie mit einer Erwerbsunfähigkeitsrente nicht einverstanden und wissen, dass eine vollständige Genesung innerhalb der sechs Monate zu erwarten ist, sollten Sie sich unbedingt durch einen Anwalt beraten lassen, der auf das Sozialrecht spezialisiert ist. Zuvor sollte ein Widerspruch eingelegt werden.

Autor: Sebastian Bertram
Autor: admin

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare zu diesem Beitrag vorhanden.

Kommentar verfassen

Sie müssen eingeloggt sein um diesen Beitrag kommentieren zu können


Artikel Schreiben