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Frühjahrsmüdigkeit - Ammenmärchen oder Zivilisationsleiden? (Vorsorge)

Frühjahrsmüdigkeit - Ammenmärchen oder Zivilisationsleiden?
Eines vorweg: Bei diesem Thema scheiden sich die Geister; ja es teilt die Deutschen in zwei Lager. Wenn die Tage länger werden, die Sonne an Kraft gewinnt, blühen viele Menschen auf. Andere hingegen schlafen mit offenen Augen, sind schlapp und matt.

Was ist also dran am Phänomen der Frühjahrsmüdigkeit?
Rein wissenschaftlich gesehen nicht viel. Der These, dass zum Winterende im Körper ein Missverhältnis zwischen den Hormonen Melatonin und Serotonin besteht, fehlt bis heute ein hieb- und stichfestes Fundament. Gebräuchlich ist die „Diagnose“ schon, fast scheint sie ein Produkt deutscher Mediziner zu sein. Unsere europäischen Nachbarn kennen diese Erscheinung nur vom Hörensagen. „Verdächtig ist auch, dass ‚spring fatique‘ im englischen Sprachgebrauch kaum bekannt ist, der Frühling wird hier eher mit dem Gegenteil (‚spring fever‘) assoziiert. Auch in Frankreich und in Spanien sind ‚fatique de printemps‘ und ‚astenia primaveral‘ nicht gerade Volkskrankheiten: Höchstens fünf Prozent der Menschen leiden darunter … “ (1)

Wahrscheinlich spielen bei uns Deutschen mehrere Faktoren zusammen. Da wäre die geografische Lage der Bundesrepublik: Wir leben in so genannten höheren Breitengraden. Hier ist der Unterschied zwischen Sommer und Winter merklich ausgeprägt, Temperaturunterschiede und Lichtverhältnisse variieren beträchtlich. Auf diese äußeren Umstände muss sich der menschliche Organismus einstellen: Um effizienter zu arbeiten, wird die Körpertemperatur wird etwas heruntergeregelt und die Produktion vom Schlafhormon Melatonin angekurbelt. Eine Vorsorgemaßnahme aus längst vergangenen Zeiten, quasi ein Relikt aus der Evolutionsgeschichte des Homo sapiens.

Fakt ist, dass Hormonschwankungen winterliches Schlafverlangen auslösen. Fledermäuse, Siebenschläfer und Murmeltier igeln sich alljährlich im Herbst ein und verfallen der Winterstarre. Mit einem fatalen Frühlingserwachen: „Wie Experimente zeigen, haben Säugetiere mach dem Winterschlaf einen Großteil dessen vergessen, was sie in der letzten Saison gelernt hatten.“ (2) Glücklicherweise wurde dieser Effekt beim Menschen noch nicht beobachtet.

Launische Wetterlagen
Das Frühjahr kommt mit unbeständiger Witterung. Auf Wind und Kälte folgen Sonne und Temperaturen im zweistelligen Bereich. Morgens noch Frost, mittags Kaiserwetter, abends erste Gewitter. Solche klimatischen Wechselbäder stressen der Körper, machen ihn anfälliger für Herz- und Kreislaufbeschwerden. Wer Rheuma hat, kann ebenfalls ein Lied davon singen.
Gehen Sie in die Offensive, stärken Sie sich und Ihr Immunsystem:
* Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen! Aber achten Sie auf vitaminreiche Kost und natürliche Getränke, wie Wasser, Schorlen und Tees. Kaffee in Maßen als Muntermacher ist erlaubt, Alkohol sollte eher selten konsumiert werden.

* Laufen Sie der Frühjahrsmüdigkeit davon und zwar bei jedem Wetter! Frische Luft regt die Serotoninausschüttung an, aktiviert müde Muskeln und macht den Kopf frei.
* Setzen Sie Reize! Kneipp´sche Güsse, Wechselduschen (kalt-warm-kalt) und Saunagänge fördern die Durchblutung und straffen das Gefäßsystem. Außerdem schmeicheln sie der Haut und Ihrem Teint.

* Eine halbe Stunde Mittagschlaf! „Ein Schläfchen zwischendurch erhöht Reaktionsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Produktivität, geistige Leistungsfähigkeit - und hebt sogar die Laune. ‚Diese positiven Effekte sind in zahlreichen Studien nachgewiesen‘, sagt der Schlafforscher und Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Regensburg, Jürgen Zulley. Manchmal kommt im Schlaf sogar die Lösung eines Problems oder eine gute Idee herbeigeflogen.“ (3)

Manchmal verbergen sich hinter den Symptomen der Frühjahrsmüdigkeit wirkliche Gesundheitsprobleme. Fühlen Sie sich dauerhaft schlapp und matt, sind Sie verstimmt, nervös oder vermehr sensibel, sei zur Konsultation des Hausarztes geraten. Unter Umständen stimmen die Eisenwerte des Blutes nicht oder es liegt eine chronische Erschöpfung vor.

Quellen:
(1)&(2) www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Fruehjahrsmuedigkeit;art141,3019549
(3) www.handelsblatt.com/unternehmen/karriere/mittagsschlaefchen-erwuenscht;1031538

Disclaimer:
Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden. Der Inhalt von bestesalter.net kann und darf auf keinen Fall verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen. Wenden Sie sich bitte bei Beschwerden immer an Ihren Arzt.
Autor: admin

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