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Tapezieren leicht gemacht (Heimwerker)

Tapezieren leicht gemacht
Immerhin 75% der Menschen hier im Land tapezieren ihre Wohnung selbst, leider mit mehr oder weniger schönem Ergebnis. Dabei ist es mit den richtigen Tipps und Tricks nicht so schwer zu einem perfekten Resultat zu kommen. Wer mehr an die Wand kleben will als immer nur Raufaser, der kann das ganz leicht lernen, es ist nicht so schwer wie man denkt. Tapeten tragen viel zur Atmosphäre eines Wohnraums bei und sind in allen nur erdenklichen Stilrichtungen erhältlich.
In 5 Schritten zum Erfolg
Am Anfang steht immer das Vermessen der Wände, denn nur so kann der Bedarf an Tapeten und Kleister errechnet werden. Am besten wird eine Skizze des Raumes angefertigt, in der alle Fenster, Türen und andere Besonderheiten eingezeichnet sind. Ein wichtiger Faktor ist die Raumhöhe, denn gerade in Altbauten sind die Zimmer oft entweder höher oder niedriger als der Durchschnitt. Das genaue Vermessen der Wände erspart in der Regel unnötige Tapetenkosten. Gerade bei hochwertigen und somit teuren Tapeten macht sich dieser kleine Mehraufwand schnell bezahlt.
Tapeten aussuchen
Die Farben- und Designauswahl unterliegt zwar dem persönlichen Geschmack des Heimwerkers, aber ein paar Grundregeln sind doch zu beachten. Die Tapete sollte den Anforderungen entsprechen, so muss sie besonders lichtecht sein, wenn der Raum den ganzen Tag von der Sonne beschienen wird. Im Flur wäre es ratsam eine Tapete zu wählen die man auch mal abwischen kann. Meist kann in den Fachgeschäften aus einer großen Auswahl an Mustern und Farben gewählt werden, hier ist es sinnvoll das Musterbuch mit nach Hause zu nehmen, denn hier wirken die Tapeten immer ganz anders als im künstlichen Licht des Ladens.
Wie viele Rollen brauche ich?
Mustertapeten werden teilweise mit Rapport berechnet, unter dem Rapport versteht der Fachmann die Höhe des Musters, das sich auf der Tapete wiederholt. Dieser Rapport muss zur Raumhöhe addiert werden, plus eines Verschnitts von etwa 5 cm. Das Maß der Rolle wird immer angeben und so ist der Verbrauch der aus einer Rolle heraus kommt leicht zu bestimmen. Besser eine Rolle mehr kaufen, man muss immer damit rechnen, dass eine Bahn reißt oder sonst wie unbrauchbar wird. Wichtig ist es auch, auf identische Fertigungsnummern beim Kauf achten. Denn eine andere Fertigungsnummer kann durchaus eine leichte Abweichung bei den Farben bedeuten.
Der Bedarf an Kleister geht aus der Anleitung auf der Packung hervor, hier ist es ebenfalls nicht verkehrt, eine Packung mehr zu kaufen, man kann ja nie wissen!
Wenn dann noch die richtigen Werkzeuge und Hilfsmittel wie Tapeziertisch, eine scharfe Schere oder ein Tapeziermesser, eine Bürste zum Glattstreichen der Tapeten, ein Kantenroller, Spachtel, ein Lot, Wasserwaage und Zollstock, ein Kleisterpinsel, ein Wandpinsel und ein Bleistift bereitliegen, kann es los gehen!
Lästige aber notwendige Vorarbeiten
Leider kann in den seltensten Fällen sofort mit dem Tapezieren begonnen werden. Meist sind erst alte Tapeten zu entfernen oder alte Dübel Löcher usw. zu verspachteln. Aber auch in einem Neubau in dem die Wände noch nie tapeziert wurden können Vorarbeiten anfallen. Sind die Wände erst kürzlich frisch verputzt worden, sandeln sie stark oder sind die Oberflächen etwa aus Gipskarton, sollte immer erst eine Grundierung aufgetragen werden. Nur dadurch ist gewährleistet, dass sich der Tapetenkleister später gut mit der Wand verbindet.
Sind noch alte Tapeten an der Wand, so müssen die erst komplett runter ehe neu tapeziert werden kann. Früher herrschte die Unsitte, neue Tapeten einfach auf die alten zu kleben. Das hat schon so manchen Heimwerker in den Wahnsinn getrieben, der das Ganze dann irgendwann doch runter kratzen musste. Klar dass auch Löcher und Risse in der Wand erst mal gespachtelt werden sollten, und dass Unebenheiten mit Schleifpapier zu egalisieren sind.
Nun geht es ans Tapezieren
Wenn alles vorbereitet ist beginnt man mit dem Tapezieren. Der Raum sollte eine Temperatur von etwa 20° haben damit der Kleister optimal hält. Auch in den modernsten Häusern sind die Wände nicht immer 100%ig gerade. Die erste Bahn sollte daher immer ausgelotet werden, nur so gibt es keine bösen Überraschungen. Wenn die erste Bahn zugeschnitten ist, geht es ans Einkleistern. Der Kleister muss gut und satt und gleichmäßig auf der Tapetenrückseite verteilt sein. Zu beachten sind die Seitenränder und Ecken, hier kann es leicht passieren, dass sie nicht genug Kleister abbekommen. Die Bahn nun zur Mitte hin zusammenlegen und weichen lassen. Dann die obere Hälfte der Tapete aufklappen und an die Wand kleben. Erst wenn sie ganz gerade an der Wand sitzt, wird sie mit Hilfe einer Tapetenbürste glatt an die Wand gestrichen. Die Bürste arbeitet dabei immer von oben nach unten sowie von der Mitte nach außen, mit der Technik gelangt der Kleister überall hin. Dann die untere Hälfte aufklappen und genauso an die Wand kleben.
Tapezieren ist eine Technik die relativ leicht erlernt werden kann, auch hier bieten die Baumärkte vielerorts Workshops an. Hier können mit sehr wenig Aufwand tolle Effekte entstehen.
Autor: admin

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